Physikstudium


Physik ist die Naturwissenschaft, welche sich sowohl mit den kleinsten als auch den größten uns bekannten Strukturen beschäftigt. Ein Physikstudium, egal an welcher Uni und in welcher Ausrichtung, vermittelt zunächst viele Grundlagenkenntnisse darüber, wie wir denken, dass die Natur funktioniert. Danach gibt es diverse Spezialisierungen, sowohl in Bereichen mit anfassbaren Ergebnissen wie neuen technischen Produkten als auch in der Erforschung von Galaxienentstehung und des Urknalls. Beide Bereiche und diverse dazwischen sind auch an der Universität Bielefeld vertreten.

Ein Video rund um das Physikstudium in Bielefeld findet ihr hier.

Physik in Bielefeld

In den ersten drei Semestern stehen Einführungsvorlesungen verschiedener Bereiche auf dem zunächst recht klar strukturierten Plan: In der Experimentalphysik wird das Schulwissen stark vertieft, in der Mathematik lehrt man, die Sprache der Physik zu sprechen (denn physikalische Gesetze sind fast immer als mathematische Formeln verfasst), in der theoretischen Physik lernt man Naturgesetze nicht allein aus Messung und Schlussfolgerung, sondern auch aus Axiomen und mathematischen Folgerungen abzuleiten; so folgt aus Newtons Gravitationsgesetz z.B. die Form der Planetenbahnen. Das Experimentierpraktikum vermittelt an zunächst einfachen (oft schon aus der Schule bekannten) Versuchen den Umgang mit Messgeräten und die richtige Auswertung der gewonnenen Daten.

Nach den eineinhalb Jahren der Grundausbildung folgt die zweite Hälfte des Studiums, in welcher man Vorlesungen aus verschiedenen Gebieten wählen kann und nur noch an wenige verpflichtende Vorlesungen starr gebunden ist. Der Bachelorstudiengang wird mit einer Abschlussarbeit, der ein selbst durchgeführtes Experiment oder eine theoretische Ausarbeitung zugrunde liegt, abgeschlossen.

Geprüft wird in der Physik zunächst meist in Klausuren, in späteren kleineren Vorlesungen als mündliche Prüfung, im Experimentierpraktikum müssen Versuchsauswertungen verfasst werden.

Sollte man sich für das Physikstudium interessieren, aber noch nicht sicher sein, ob Bielefeld die richtige Stadt ist, kann man sich in dem Studienführer für Physik -- der von der Zusammenkunft aller Physik-Fachschaften (ZaPF) zusammen gestllt wird -- viele deutschsprachigen Universitäten mit Physik-Studiengängen angucken.

Ausrichtungen

Neben dem allgemeinen Physik-Studiengang, welcher auf eine breite Ausbildung zielt, gibt es in Bielefeld zwei Spezialisierungen: Die Biophysik, welche sich mit physikalischen Fragestellungen im mikrobiologischen Umfeld beschäftigt (z.B. Erforschung der DNA), und die Nanostrukturphysik, welche eine Spezialisierung auf den Bereich der Nanotechnologie (Strukturen in Größenbereichen von wenigen Atomen) legt. In beiden Studiengängen ist die Grundlagenausbildung in der Mathematik reduziert worden und durch Vorlesungen in Biologie und Chemie ersetzt; zudem enthält der Studienplan Spezialvorlesungen der entsprechenden Fachrichtung.

Jeder dieser drei Bachelorstudiengänge lässt sich in einem entsprechend ausgerichteten Masterstudiengang fortsetzen. In diesen Masterstudiengängen werden fortgeschrittene Laborpraktika absolviert, Spezialvorlesungen angeboten und man schließt das Studium mit einer halbjährigen, eigenen Forschungsarbeit ab.

Ein Studium auf Lehramt, sowohl für Gymnasium/Gesamtschule als auch für Grund-, Haupt- und Realschule, wird auch angeboten. Hier folgt nach der gleichen Ausbildung in den oben erwähnten grundlegenden Bereichen eine Ausrichtung auf fachdidaktische Veranstaltungen, in denen die Vermittlung von physikalischen Zusammenhängen und Experimenten geübt wird.

Anforderungen und Berufsfelder

Man muss Physik studieren wollen. Logisches Denken, mathematische Begabung, technische Fähigkeiten sind natürlich hilfreich, aber die Motivation, sich mit Physik auseinanderzusetzen, ist am wichtigsten.

Zur Mathematik: Um sie kommt man als Physikerin oder Physiker nicht herum. Ein Mathe-LK oder besonders gute Noten sind nicht so wichtig, die Bereitschaft, sich mit dem notwendigen, teilweise sehr komplexen Stoff auseinanderzusetzen, allerdings schon. Die mathematischen Anforderungen bringen deutlich mehr Studierende dazu das Studium abzubrechen, als Probleme mit der Physik.

Das Physikstudium fordert und schafft Frusttoleranz. Ein Experiment, was auch beim fünften Versuch keine Werte liefert, eine Rechnung, die auch beim dritten Ansatz keine Lösung liefert, so etwas sorgt dafür, dass man eine gewisse Kreativität für Problemlösungen und vor allem Hartnäckigkeit entwickeln muss.

Die Berufsfelder von Physikern sind recht vielfältig: Neben physikalischer Forschung an Universitäten, Forschungsinstituten und in der Industrie finden sich Physikerinnen und Physiker in Entwicklungsabteilungen (neben Ingenieuren), in Versicherungen (neben Statistikern), in Unternehmensberatungen (neben Wirtschaftswissenschaftlern), in der EDV (neben Informatikern) und natürlich in Schulen als Lehrerinnen und Lehrer.